Nov
29
2009

Alles muss raus…!

So, treue Verbündete, unser Aufenthalt nähert sich seinem Ende. Noch 2,5 Wochen oder so, dann is hier Sense. Aus die Maus, Ende Gelände, Schluss mit Lustig, Zapfenstreich, Zappenduster. Daher hier nochmal eine kurze Zusammenfassung. Ich weiß, ich hab nicht viel geschrieben in letzter Zeit, aber wies halt so ist: mal ist man zu faul, mal hat man keine Zeit, mal ist nix passiert, weil man die Woche über arbeiten war. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass so ein Artikel auch ne Weile dauert. Vor allem wenn er etwas länger ist. Gut Ding will eben Weile haben.

In einigen Kommentaren wurden wir aufgefordert, mal was Ekliges zu essen bzw. etwas, das Montezumas Rache erneut heraufbeschwört. Gesagt, getan…naja, wie mans nimmt. Ich habe ja schon mit Anna die Durian ..ähh… genossen. Inzwischen hab ich mir aber auch mal was Neues bestellt: Hühnerkrallen. Die sind hier sehr beliebt, vor allem bei den Chinesen. Wie zu erwarten war, bestehen die nur aus Haut und Knochen – also die Krallen, nich die Chinesen. Und sie waren eklig. Allerdings nicht, weils Krallen sind und die komisch aussehen, sondern weil die in irgendwas gekocht waren, das sehr eklig schmeckt und gewürzt ist. Das hatte ich hier schon öfter. Meistens ist es eine Art dunkle Suppe oder Soße, oft vermischt mit Tofu, die aber sehr dick und schleimartig ist. Der Geschmack davon ist für mich wirklich abstoßend. Besonders am Anfang und nachdem ich das ein paar mal gegessen hatte, wurde mir nur beim Gedanken daran richtig übel. Aber die Chinesen fahrn voll drauf ab. Na dann viel Spaß damit. Ich denke wenn die Krallen nicht gekocht sind, sondern gegrillt und mit Chilisoße, dann sind die ganz lecker.

Hühnerkrallen obenauf

Hühnerkrallen obenauf

Erst seit ein paar Wochen ist uns aufgefallen, dass jeden Morgen, wenn wir mit dem Bus in die Uni fahren, mehrere Eisvögel zu beobachten sind. Die Uni liegt direkt am Rand eines großen Stück Regenwalds. Direkt vor diesem Wald ist ein künstlicher Kanal in dem ein kleines Bächlein fließt. Auf dem Geländer vor diesem Kanal sitzen dann immer die Vögel. Jeden Morgen mindestens einer, manchmal sogar 4. Ab und zu schnellen sie dann in den Kanal hinab und fischen irgendwas raus. Die Strecke mit dem Kanal ist zwischen 500 m und 1 km lang, aber die Vögel sitzen manchmal nur wenige Meter voneinander entfernt. Kürzlich habe ich gelesen, dass diese Vögel Einzelgänger sind und ein recht großes Gebiet (mehrere Quadratkilometer, glaube ich) für sich beanspruchen und auch hartnäckig verteidigen gegen Artgenossen. Offenbar haben diese Vögel, die so dicht beieinander sitzen, den Artikel nicht gelesen. Es sind wirklich schöne Tiere. Die Brust ist weiß, der Kopf dunkelrot, der Schnabel spindelförmig und orange oder rötlich. Das Rückengefieder schimmert in kräftigem Grün oder Blau, je nach Lichteinfall. Anders als bei anderen Vögeln, bei denen in den Federn Farbpigmente eingelagert sind, reflektieren die Federn hier die Spektralfarben – daher die unterschiedlichen Farben auf dem Rücken. Hier ist ein Bild. Die Vogelart heißt, um es genau zu machen, Braunliest (Halcyon smyrnensis), gehört zur Ordnung der Rackenvögel, Familie der Eisvögel, Unterfamilie der Lieste, Gattung der Halcyon.

Ja, öh, was gibts noch so. Hm.. Unsere Badehosen haben eine spannende Entwicklung hinter sich. Wir mussten uns am Anfang hier neue kaufen, weil eng anliegende Hosen hier Pflicht sind. Zuerst wollten wir uns für die Farben der deutschen Flagge entscheiden um einfach Präsenz zu zeigen. Wir konnten allerdings keine güldene Buxe finden, und ich nehme an es hätte auch Streit gegeben, wer die dann anziehen darf. Also haben wir uns dann für schlichtes Grau bzw. Schwarz entschieden. Die Qualität war jedoch der minderen eine, und so konnten wir stetig ihren Zerfall beobachten. Inzwischen sind die Hosen hinten im Zentrum soweit ausgedünnt, dass der Fantasie kein Spielraum mehr bleibt. Das ist besonders spannend, wenn man zwischen den Häuserschluchten schwimmen geht und sich im perfekt von oben einsehbaren Pool beim Kraulen beobachtet fühlt.

Ein Hauch von Nichts

Ein Hauch von Nichts

Wir waren auch noch beim Karaoke in Chinatown mit den Kollegen. Seit unserem ersten Besuch hat sich nichts verändert. Es gibt sehr viele Lieder mit Video und Originalmusik – aber nur chinesische. Da wir die Zeichen und Lieder nicht kennen, sitzen wir dann halt immer nur da. Die Lieder sind eigentlich fast immer Liebeslieder. Aber immer ist der Sänger/die Sängerin unheimlich traurig. Die Lieder sind alle zum Heulen, obwohl sie oft fröhliche Themen haben. Aber das muss hier wohl so sein. Generell sind hier chinesische Schnulzen und Schlager sehr beliebt. Wenn wir dann mal ein westliches Lied ausgesucht haben, dann gibts dafür nie ein Originalvideo. Und Originalmusik aus Lizenzgründen sowieso nicht. Also sind die coolsten Lieder (viele haben sie nicht) total billig am Keyboard nachgespielt und hören sich alle an wie Schlager. Statt Originalvideo sieht man dann z.B. irgendein Pärchen, dass während des ganzen Videos auf dem Strand aufeinander zurennt. Es scheint ein eigener Industriezweig zu sein, nichtssagende Lückenfüllervideos zu produzieren. Das beste Video war immernoch, als sie eine alte Dampflok, zugeschneit im Winter aufm Acker, die ganze Zeit mit der Kamera umrundet haben. Total Klasse, hat auch super zum Lied gepasst und so. Naja, wir sind trotzdem mal abgegangen für ne Mark ;)

Avril (steht rechts) kann wirklich gut singen

Avril (steht rechts) kann wirklich gut singen

Ansonsten arbeiten wir viel...

Ansonsten arbeiten wir viel...

...meistern den Alltag...

...meistern den Alltag...

... produzieren vorzeigbare Ergebnisse ...

... produzieren vorzeigbare Ergebnisse ...

... freuen uns auf Weihnachten ...

... freuen uns auf Weihnachten ...

... worauf das Wetter uns ja schon vorbereitet ...

... worauf das Wetter uns ja schon vorbereitet ...

... und blicken dem Ende unserer Reise entgegen. So schnell kanns gehen.

... und blicken dem Ende unserer Reise entgegen. So schnell kanns gehen.

Verfasst von Daniel in: Allgemein | Tags:, , , , ,

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