Essen, Round-Up und Essen!
So Kinder, hier bin ich wieder. Einige von euch werden sich gefragt haben, wieso bloggt der denn nix mehr übers Essen. Essen die da etwa nichts mehr seit Wochen? Aber en contraire, es gibt einiges, was wir hier essen. Wie ich vielleicht schonmal erwähnt habe, fahr ich hier total auf das indische Essen ab. Ich werde hier auch nen kleinen Round-Up geben, weils für eine Person etwas viel ist über alles zu schreiben. Ich behalte mir abrupte Themenwechsel vor. Singapur hat den Vorteil, dass es inmitten so vieler Länder liegt. Dadurch gibt es hier auch kulinarische Einflüsse von Indien, Japan, China, Indonesien und Malaysia. Und das Essen ist hier billig und gut. Das ist aber auch gleichzeitig ein Nachteil, denn leider kann ihr auch kaum einer richtig kochen. Im Fernsehen laufen ab und zu Kochshows, in denen 2 Moderatorinnen und ein Koch zusammen versuchen Nudeln mit Tomatensoße und Shrimps dem unerfahrenen Fußvolk möglichst simpel nahezubringen.
Viele Leute gehen hier oft einfach in die Foodcourts. Dort gibt es zwar viele Gerichte, aber wenn mans mal zusammenstreicht, dann bleibt am Ende nicht mehr viel. 1/4 der Gerichte ist nicht nach dem eigenen Geschmack. Vom Rest geht nochmal die Hälfte bis 2/3 weg, weil ein Gericht mit Schwein, Fisch oder Geflügel angeboten wird, was ich nicht wirklich als verschiedene Gerichte ansehe. Dann fallen noch die teureren Gerichte wie Riesengarnelen und sowas weg, die man sich auch nicht jeden Tag leisten kann.
In der Uni gehen wir oft zum Inder essen, denn es gibt in einer Mensa unheimlich gutes indisches Essen. Das ist hier etwas vielfältiger als bei uns, wo indisches Essen ausschließlich mit Curry gewürzt wird, wenn mans selber macht. Man bekommt z.B. hier immer Hammel beim Inder. Sehr zart und sehr schmackhaft. Oft mit einer leichten bis mittleren Schärfe, Curry, Chilis und Knoblauch. Manchmal sind ganze Zehen drin. In nem kleinen Häufchen hatte ich schonmal 5 Stück
. Aber auch Nelken, Sternanis und Zimtstangen sind oft im Fleisch. Ich empfehle jedem das mal auszuprobieren! Auch wenn jemand Zimt oder so nicht mag – das schmeckt nicht nach Zimt direkt. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben, aber wirklich gut! Jetzt hat man auch nicht immer nen Hammel zu Hause, aber ich könnte mir vorstellen, wenn man das nächste mal Chili con Carne macht, einfach mal ein paar Zimtstangen in den großen Topf, Sternanis, dazu Lorbeer und gemahlenen Kardamom und vielleicht Curry. Einfach mal was ausprobieren!
Morgens essen wir immer Obst. Normalerweise esse ich 2 Stück Ananas und ne Banane. Aber hier hatte ich mal Mango dazu.
Beim Inder: Reis, Hammel, Kichererbsen, Ei, Kartoffeln; 4,50 - 5$
Ich bestelle mir auch immer ein gekochtes Ei mit. Die werden hier gekocht, geschält und dann mit einer seimigen Soße übergossen. Die Soße ist immer unterschiedlich. Meistens sind aber ordentlich Zwiebeln dran. Einmal war die Soße z.B. mit Honig und Senf zubereitet. Großartig. Hier wird viel mit Honig gekocht. Ich mag das eigentlich, auch wenn ich mal gehört habe, dass man Honig nicht erhitzen soll, weil er dann giftig würde. Aber man kann ja auch Ahornsirup nehmen oder sowas.
Zudem gibts oft gelben oder grünen Reis. Ich nehme an der gelbe ist mit Safran oder Curry gefärbt, der grüne mit grünem Curry. Manchmal ist es ein Gemüsereis, manchmal sind aber auch, wie beim grünen z.B., Cashewkerne und Rosinen drin.
Bei nem anderen Inder haben wir auch schon Prata, Murtabak und Thosai gegessen. Das sind verschiedene Fladenarten, teilweise gefüllt, die auf großen, flachen, heißen Platten zubereitet werden. Gibts bestimmt jede Menge Rezepte dazu, wer sowas mal machen will. Wer ein Crepe-Gerät zu Hause hat, kanns direkt versuchen. Oder halt einfach in der Pfanne.
Prata, Murtabak und Thosai; 4$
Das Gemüse ist auch vielfältig. Rote Beete hatte ich z.B. schon mehrmals. Hat viel Vitamin C und schmeckt sowohl salzig als auch süß zubereitet. Und lässt sich gut mit Gewürzen beeinflussen. Verschiedene Gurken oder Kürbisse gibts hier auch. Die Kürbisse sind speziell, weil sie nicht durch Wasser kochbar sind irgendwie. Sie werden wohl in sehr heißem Öl und lange und aufwendig zubereitet. Dadurch werden sie butterweich, matschig, aber lecker. Das Öl dringt aber nicht in den Kürbis ein, sondern bleibt nur außen. Auf dem Teller ist dann zwar trotzdem viel Fett, aber der Kürbis schmeckt super.
Auch Auberginen: in grobe Stücke schneiden, kurz weich kochen und dann in einer Pfanne mit Zwiebeln und Gewürzen nach Wahl süß(!) zubereiten. Schmeckt total Klasse. Und denkt nur mal dran, was man hier alles aus Kichererbsen zaubern kann! Alles ausprobieren – los, sofort!
Wenn man hier keinen Bock mehr auf ne Straßenlaterne hat, schmeißt man sie gerne auch einfach mal weg. Mit Palmen macht mans genauso übrigens, aber das Foto find ich grade nich.
Einfach mal ne Straßenlaterne wegschmeißen.
Wir waren, als Dominik da war, mit Meand, Gunnars Freundin, im East Coast Park zum Fahrradfahren. Keine Ahnung ob ich schon davon berichtet hab, aber ist ja wurscht. Mach ichs eben nochmal. Für 10$ pro Stunde kriegt man hier schicke Drahtesel. Meins hatte irgendwie 746 Gänge oder so – theoretisch – aber es hat sich geweigert 98% davon einstellen zu lassen. Aber die restlichen haben super funktioniert. Der Park war vollgestopft mit Menschen, die den auch richtig nutzen. Nicht so wie bei uns, wo nurn paar Randalierer rumlungern würden, die einen im Vorbeigehen mit Unrat bewerfen. Aber da hier alle in Hochhäusern wohnen, haben sie auch keine andere Wahl als in die Parks zu gehen, wenn sie mal raus wollen. Singapur hat nicht viel Platz zu bieten. Audrie, Meands Freundin, wollte auch mitkommen, war aber krank an dem Tag. Überhaupt ist hier ständig jeder krank irgendwie. Wegen den Klimaanlagen, nehme ich an. Ich bin z.B. schon zum dritten mal krank seit ich hier bin. So oft werde ich normalerweise im ganzen Jahr nich krank.
Jedenfalls war super Wetter und wir sind auf dem langen Radweg eine halbe Stunde lang am Strand unter Palmen langgefahren, Blick auf das Meer mit den hunderten, dem Strand “vorgelagerten” Schiffen. Das wirkt fast als stünde eine Invasion bevor. Durch den kühlen Fahrtwind hab ich auch kaum geschwitzt. Irgendwann haben wir dann noch Pause an nem langen Pier gemacht, an dessen Seiten überall Angler waren, die auf ca. 7 cm lange Fischchen aus waren. Keine Ahnung was man damit macht.
Meand, Pino und Martin aufm Drahtesel
Meand am Pier
Danach waren wir noch essen. Es war wieder ein Gelage. Wir waren 5 Leute, und Meand war geschockt was wir alles bestellt haben. 20 Chicken Wings, die aber etwas größer sind und daher noch geteilt werden. Also sinds 40 eigentlich. Dazu Reis, eine Platte Kangong, ein Teller mit einer Art Austern-Omelette, einen großen Tintenfischsalat mit ordentlich Tentakeln, 20 Satayspieße mit Erdnusssoße und 2 große Lappen Stachelrochen. Für mich gabs auch noch ne riesige Kokosnuss dazu, die fantastisch war. Kangkong ist in Asien sehr verbreitet und wird auch Wasserspinat genannt. Mit Chili zubereitet und leicht salzig ist der saulecker.
Gelage im East Coast Park
Derzeit essen wir öfter Pomelos, wenn wir abends nen Film schauen. Pomelo ist, wer das nicht kennt, eine handballgroße Citrusfrucht mit festem Fleisch und erinnert im Geschmack an eine Mischung aus Grapefruit und Limette. Die Schale ist sehr hart, was das Schälen langwierig und umständlich macht, aber ich piddel ja auch gerne dran rum
Man muss sowohl die äußere Schale als auch die Haut der einzelnen Stücke entfernen, aber der Inhalt lohnt sich. Gibts aber auch in Deutschland ab und zu im Supermarkt.
Und wir hatten schon öfter Wassermelone. Letztens haben wir uns aber eine besondere geholt. Eine “Black Beauty Melone”. Auf dem Schild stand zwar “Black Beuty Melon”, aber “Beuty” klingt albern und ich nehme an sie haben sich nur verschrieben
. Mit 5$ war sie doppelt so teuer wie andere Melonen, aber das hat sich gelohnt. Tiefrot, saftig, sausüß. Wirklich fantastisch.
Black Beauty Melone, in Fachkreisen auch Black Beuty genannt; 5$
Chao hat irgendwie Geld bekommen für nen Manga Comic, den sie gezeichnet und irgendwo eingereicht hat. Das wollte sie dann aufn Kopp hauen und hat uns zum Essen eingeladen in ein chinesisches Restaurant. War total klasse. Neben chinesischem Tee (hat wie Chrysantemen geschmeckt) gabs Nudeln in Erdnusssoße, Muscheln, Schweinespareribs, Shrimpssalat und sone Art Fladenbrot. Außerdem “Buns”, also quasi Dampfnudeln, gefüllt mit Fleisch. Und manche waren auch mit Suppe gefüllt. Die stopft man dann komplett in den Mund und beißt dann drauf, und dann explodierts. Saugut. Aber alles war eben anders zubereitet als mans so kennt.
Chao hat für uns bestellt, weil alles auf chinesisch war.
Vorsicht, in dem Bun ist Suppe drin!
Muscheln mit Chili und Glasnudeln
3 Kommentare »
RSS feed for comments on this post.

Herzlichen Dank für dieses “Round-up”. Wie immer mit viel Liebe zum Detail und exquisiter Wortwahl geschrieben.
Argh!!
Nach dem Mensa-Sumpf hier ist es total fies 4 Seiten über leckeres essen zu lesen mit den passenden Bildern dazu *grummel*
Na dann, weiter so mit Speis und Trank!
Lass den Block hier nicht einschlafen und ess mal was, das Montezuma auf die Bühne ruft;-)