Sep
20
2009

Besuch, Besuch – Tag 5

Am Sonntag, dem letzten Tag vor der Weiterreise meiner Eltern, haben wir uns vormittags in Little India getroffen. Da zu der Zeit grade ein Fest war, waren die Straßen voller Mensc Männer. Ich kriege den Namen des Festes grade nicht mehr zusammen. Ich glaube es war Depavarteeh oder so ähnlich. Ist ja auch egal, jedenfalls waren die Straßen geschmückt und es war ordentlich was los. Wir haben uns einige Marktstände angeschaut und mein Vater hat sich direkt nochn paar Schuhe gekauft. Little India, bzw. der für Besucher interessante Teil davon, besteht aus einer langen Hauptstraße (die derzeit mit Lichtern und buntem Zierrat geschmückt ist), an der sich links und rechts Schmuckläden, Schneider, Restaurants, Ramschläden, Sariläden, Musikläden, Autoersatzteileläden und Blumenkettenbastelstände abwechseln. Von der Hauptstraße strahlen links und rechts kleine Nebenstraßen ab, in denen es auch Gewürzhandlungen, Obst- und Gemüseläden und Backpackerhotels gibt.

Fisch vom Markt

Fisch vom Markt

Am Ende der etwa über 700m langen Straße gibt es das Mustafah Einkaufcenter. Es war sehr heiß an diesem Tag, und in dem Kaufhaus ist es klimatisiert. Leider auch sehr eng. Wir sind trotzdem rein um uns das mal anzuschauen. Das Kaufhaus ist vollgestopft mit allen möglichen Gütern, die es so gibt. Handys, Kameras, Taschenrechner, Ersatzteile für alles, Tischdecken, Klamotten, Friseurzeug, Kosmetikartikel, Kekse, Süßigkeiten, Chips, Lampen, Koffer, Geschirr, Musik, …….. Auf 4 Etagen alles zugeramscht. Zudem ist das Kaufhaus voller Leute, und (weil hier die Ware König ist und nicht der Kunde) die Gänge sind teilweise gerade mal 1 m breit. Deshalb kann man auch nicht herumlaufen, wie man will, sondern muss, wie alle anderen auch, eine Kreisbahn beschreiben und darf nicht entgegengesetzt laufen. Soweit so gut, aber da hat man ja auch keinen Bock drauf. Also läuft man trotzdem mal zurück und quetscht sich an den Menschen vorbei, oder, noch besser, man hat die Spitzenidee, einfach mal quer durch die 70cm breiten Gänge zwischen den Regalen zu laufen. Diese tolle Idee hat aber jeder andere auch, von jeder anderen Seite. Da ist ein Kommen und Gehen und völliges Chaos an der Tagesordnung. Wir haben auch ein paar Kleinigkeiten gekauft, und mein Vater hat sich für uns angestellt. Er stand dann erstmal ne Viertelstunde an der Kasse in der Schlange. Und wenn vor dir an der Kasse nur noch ein Inder steht, dann heißt das nicht dass du gleich dran bist. Der Inder steht da stellvertretend für 10. Und die kaufen dann direkt mal für 700$ ein. Da stehste dann ne Weile. Aber nicht bequem, sondern eingequetscht zwischen Menschen und Regalen.

Straße vor dem Mustafah Einkaufcenter

Straße vor dem Mustafah Einkaufcenter

Sowas ist hier aber durchaus üblich. Letztens standen wir vor der Bank um unsere Miete zu bezahlen. Unsere Schlange lief rechts vom Eingang. Irgendwann, nachdem wir ne Weile da standen und kurz bevor die Bank aufmachte, kamen dann plötzlich 15 Inder oder Indonesier (ist manchmal schwer auseinanderzuhalten – ist aber auch wurscht), und eröffneten spontan ne neue Schlange links vom Eingang. Ist ja klar, wieso sollte man sich hinten anstellen? Ist doch albern! Sie wurden aber vom Personal wieder verscheucht. Oder auch beim Essen in der Uni: wir gehen ja immer gerne zum Inder hier, weil das Essen dort das beste ist, was ich hier bisher gegessen habe. Man steht dann so in der Schlange, und vor einem ist nur ein Inder. Aber bevor man dran ist kommen plötzlich 5 andere Inder, stellen sich vor einen und fangen an zu bestellen. Und natürlich ist dann auch mal genau das gerade weg, was man sich bestellen wollte. Ich muss mir das mit dem Schlangestehen abgewöhnen. Ist irgendwie bescheuert, wenn man mal drüber nachdenkt. Direkt dranzukommen ist doch viel bequemer. Wie heißt es so schön: “Stau ist nur hinten blöd – vorne geht’s.”

Dann war es auch langsam Zeit uns Richtung Flughafen aufzumachen, denn der Flug sollte um 18 Uhr gehen. Am Flughafen haben wir uns dann um 17:30 Uhr verabschiedet, weil ich noch den Rückflug für Marin, Pino und mich umbuchen wollte. Natürlich war ich wiedermal im falschen Terminal und musste wieder mit dem beknackten SkyTrain nen riesigen Bogen bis T1 fahren, was ewig gedauert hat insgesamt. Drüben angekommen bin ich zu den Schaltern, wo nur eine Frau saß. Ich wolle umbuchen. Sie meinte, sie könne nix machen und ich müsste um 19:30 Uhr wiederkommen. Aha, wofür sitzt denn dann ne Frau da? Dafür kann man auch ein Schild aufstellen. Wieder ein Gratistip von mir! Ob ich denn jetzt allen Ernstes 2h warten müsse?! Ja, der Schalter mache erst so spät auf und sie könne nix machen.

Jedenfalls musste ich abwägen: warte ich hier 2h, oder muss einer von uns nochmal wiederkommen, wobei die Fahrt von unserer Wohnung bis zum Flughafen und zurück 3h dauert, die Zeit die man am Flughafen braucht nicht eingerechnet. Ich blieb also. Und ich dachte mir, ‘Daniel’, dachte ich mir, ‘Daniel, holste dir was beim Fastfood Restaurant deiner Wahl.’ Kurz auf die Karte geschaut. Das war, natürlich, in T2. Also wieder SkyTrain und zurückfahren. Ich hab dann was gefuttert und mir den Flughafen angeschaut. Irgendwann bin ich dann auch mal auf ner Bank eingepennt. Als die Zeit dann rum war, bin ich an den Schalter. Die Frau konnte furchtbar schlecht englisch, mit derbem Akzent (Emirates). Irgendwie war der Flug nicht mehr verfügbar und ich solle mir das überlegen, weil die Umbuchung jedesmal Kohle kostet und so weiter. Ich habe dann die Daten nicht verstanden, sie wollte mir ihren Bildschirm nicht zeigen und hat sich auch geweigert mir was aufzuschreiben. Danke vielmals. Jedenfalls sagt sie dann plötzlich, ich könne doch einfach anrufen! AAARGGGGHHHH! Wieso sagt mir das die Pfeifentante nicht 2h früher?!?! Ich dachte man muss das persönlich machen und hatte die Pässe dabei und so.

Meine Eltern vor der Abreise am Flughafen

Meine Eltern vor der Abreise am Flughafen

Mit der Nummer in der Hand und unverrichteter Dinge bin ich dann wieder abgezogen und war um 21:15 Uhr zuhause. Ich habe dann am nächsten Tag angerufen und den Flug für uns umgebucht. Die Person konnte auch schlecht englisch, aber es hat dann geklappt.

Meinen Eltern hat es hier nach eigener Aussage sehr gut gefallen. Wir haben in diesen Tagen viel gesehen und das Maximum aus der Stadt rausgeholt. ;) Und ich fand es schön ein paar Tage mit meinen Eltern verbringen zu können. Hat mich an unsere früheren Familienurlaube erinnert.

Verfasst von Daniel in: Allgemein | Tags:, ,

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